FOODFirst Magazin 1/2019: Zahlenzauber: Hungermessung

Hungerzahlen werden schon immer politisch vereinnahmt. Doch rechtfertigen die vorliegenden Daten die aktuell dominanten Lösungsansätze?

Warum verändern sich immer wieder die untersuchten Parameter und damit auch die offiziellen Hungerzahlen?
Gibt es überhaupt objektive Statistiken, oder wird jede Erhebung von Interessen beeinflusst? Der Schwerpunkt des Heftes
beschäftigt sich mit der Frage, wie menschenrechtliche Prinzipien bei der Messung von Hunger stärker berücksichtigt werden können, welche Institutionen hierfür gestärkt werden müssten und wie eine Einbeziehung der Betroffenen gelingen kann. Hunger hat fast immer politische Ursachen. Hunger-Messungen werden oftmals politisch instrumentalisiert. Daher unterzieht Roman Herre von FIAN Deutschland die international vorherrschenden Methoden der Messung von Hunger in der aktuellen Ausgabe des FOODFirst einer kritischen Analyse. Was es unserer Meinung nach braucht: Den Einsatz für Daten-Erhebungen, die auf Basis des Rechts auf Nahrung die Ursachen von Hunger und Ausgrenzung nicht aus dem Blick verlieren!

Ebenfalls in dieser Ausgabe: Unsere Kolleg*innen von FIAN Kolumbien (S. 10/11) gewähren spannende Einblicke in ihre Arbeit für das Recht auf Nahrung. Melanie Oßberger von FIAN Österreich liefert einen persönlichen Reisebericht vom UN-Sozialausschuss in Genf, wo sie über die Menschenrechtslage in Österreich berichtete (S. 9). Das FOODFirst bringt uns auch nach Sierra Leone, denn es ist eine Umsiedlung beim Agrartreibstoff-Projekt von Addax/Sunbird zu befürchten (S. 6-7).

Hier zum Download und Printbestellung.

„The Farmer Case“: Belgisches Gericht ebnet den Weg für Klimaklage gegen TotalEnergies

Der Fall des belgischen Landwirts Hugues Falys zeigt, dass die Klimakrise zunehmend als Frage von Menschenrechten vor Gericht verhandelt wird. Das Gericht hat die Klage des Landwirts gegen den Energiekonzern TotalEnergies für zulässig erklärt, das Urteil in der Sache wird für den 9. September 2026 erwartet. Das Gericht begründete dies damit, zunächst eine Entscheidung in einem parallelen Verfahren gegen TotalEnegies in Frankreich abwarten zu wollen.

Menschenrechte hörbar machen: Der neue Podcast FoodFirst

Drei Folgen, ein zentrales Thema: Mit „FoodFirst“ startet FIAN Österreich eine neue Podcastreihe, die alle sechs Monate erscheint und Wege zu gerechteren Ernährungssystemen aufzeigt. Den Auftakt macht die Staffel „Im Schatten der Lieferketten“, die sich mit Menschenrechten in der globalen Lebensmittelproduktion auseinandersetzt.

Good Food 4All - Nahrung ist ein Menschenrecht für alle!

Mindestens ein Fünftel der europäischen Bevölkerung hat keinen Zugang zu angemessener Nahrung. Industrielle Lebensmittelsysteme verschärfen Ernährungsunsicherheit, Klimawandel, Umweltverschmutzung, Verlust der biologischen Vielfalt, Ausbeutung von Arbeitskräften und Tierleid. Die EU muss das Recht auf Nahrung systemisch garantieren und gesunde, gerechte, humane und nachhaltige Lebensmittelsysteme für heutige und zukünftige Generationen fördern.

Was is(s)t gerecht? Lehrgang für Multiplikator*innen

Für eine Veränderung in unserem Ernährungssystem braucht es junge Menschen, die etwas bewegen wollen. Genau für diejenigen gibt es diesen Lehrgang: An 8 Terminen zwischen März und September bekommst du das Wissen und die Skills, um Veränderungen anzustoßen und weiterzutragen – direkt aus Theorie und Praxis. Die Anmeldung läuft bis zum 01. Februar 2026!

Mit Agrarökologie den Boden für künftige Generationen bereiten und erhalten

Die Integration der Rechte künftiger Generationen in gegenwärtige Entscheidungsfindung stellt sicher, dass Entwicklungsbemühungen nachhaltig gerecht sind. Die Maastrichter Grundsätze liefern den rechtlichen und ethischen Rahmen, der die Verantwortung von Staaten und Unternehmen betont, die Rechte zukünftiger Generationen zu schützen. Die industrielle Landwirtschaft, die auf die kurzzeitige Maximierung der globalen Lebensmittelproduktion mithilfe externer Inputs abzielt und damit unsere Umwelt und Ökosysteme zerstört, steht dem Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen für kommende Generationen entgegen.

Entschädigung für vertriebene Familien aus Kambodscha

In der ersten transnationalen Menschenrechtsklage Südostasiens gingen über 700 Familien aus Kambodscha rechtlich gegen den größten Zuckerproduzenten Asiens vor und erreichten nun eine finanzielle Entschädigung. Durch ein gerichtliches Vermittlungsverfahren erzielten die Kläger:innen im Februar 2025 einen Vergleich mit dem Unternehmen, welches im Mai eine Zahlung an die Gemeinden leistete.

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