Kambodscha: Die bittere Seite des Zuckers

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Im Laufe der letzten Jahre hat die Regierung von Kambodscha große Mengen an Land an private heimische und ausländische Investoren für großflächige agro-industrielle Plantagen verpachtet. Diese sogenannten Economic Land Concessions umfassen heute 2,6 Millionen Hektar Land – mehr als die Hälfte von Kambodschas Gesamtanbaufläche. Begleitet wird diese Landvergabe von massiven Landkonflikten und Menschenrechtsverletzungen gegenüber der ländlichen Bevölkerung, die oft gewaltsam ihres Zugangs zu Land, Wasser und anderen natürlichen Ressourcen beraubt wird. Ihre Menschenrechte auf Nahrung, auf Wohnen und auf Wasser werden dabei verletzt. Die Zuckerindustrie nimmt hier eine Schlüsselrolle ein.

Durch massive ökonomische Anreize der Handelsinitiative „Alles außer Waffen” (EBA) der Europäischen Union wurden große Landflächen in Zuckerrohrplantagen umgewandelt, um aus dem zollfreien Zugang zum EU-Markt und seinen hohen Zuckerpreisen Profit zu schlagen. Nach scharfer Kritik an der langen Untätigkeit der EU, folgte die Europäische Kommission schließlich vor einem Jahr den Forderungen der Betroffenen vor Ort und von zivilgesellschaftlichen Organisationen wie FIAN und leitete eine Untersuchung der mit der Landvergabe in Zusammenhang stehenden Menschenrechtsverletzungen ein.

FIAN unterstützt die kleinbäuerlichen Erzeuger*innen darin, ihr Recht auf Land und angemessene Nahrung durchzusetzen und setzt sich für eine Verankerung der Menschenrechte in der europäischen Handelspolitik ein.

Update: Auf erfolgreichen Druck der Betroffenen und zivilgesellschaftlicher Organisationen entschied die Europäische Kommission im Februar 2020, die Handelspräferenzen für Kambodscha zumindest teilweise zu entziehen.

Filmverleihpaket: Kambodscha - Geraubtes Land

von Christian Brüser 08:00 Min Kambodscha/Österreich 2009 deutsch Die Weltbevölkerung steigt, Ackerland wird immer knapper. In den letzten 20 Jahren hat sich weltweit die verfügbare Agrarfläche pro Kopf halbiert. Bis 2050 wird sie sich noch einmal halbieren. Länder mit begrenztem Agrarland arabischer Ölstaaten leiten daher eine neue Form des Kolonialismus ein. Sie sind dabei, große Agrarflächen zu kaufen oder sich die Nutzungsrechte zu verschaffen.

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