Makeni – Sierra Leone: Land Grabbing für europäische Tanks

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In Sierra Leone werden für ein Projekt des Schweizer Unternehmens Addax BioEnergy riesige Landflächen für mehrere Jahrzehnte verpachtet. Über die Hälfte des Projektes wurde durch Entwicklungsbanken finanziert. Das dort im großen Stil gepflanzte Zuckerrohr wird in Bioethanol verwandelt - in erster Linie, um die Nachfrage nach Agrartreibstoffen in Europa zu befriedigen. Leidtragender ist die lokale Bevölkerung, deren Recht auf Nahrung und Wasser verletzt wird. Die zwischen der Regierung Sierra Leones und dem Unternehmen ausgehandelten, langen Pachtverträge - zunächst 50 Jahre mit einer potenziellen Verlängerung um 20 Jahre - entziehen mehreren Generationen den Zugang zu Land und Wasser. Laut unserer Partnerorganisation vor Ort, Sierra Leone Network of the Right to Food (SiLNoRF), gefährdet das Projekt das Recht auf Nahrung und Wasser im Projektgebiet rund um Makeni im Norden des Landes.

Im Sommer 2015 hat Addax bekannt gegeben, dass das Projekt nicht profitabel sei und hat die Aktivitäten vor Ort massiv heruntergefahren. Für die Menschen vor Ort kam diese Meldung vollkommen unerwartet. Jetzt steht die lokale Bevölkerung vor einer ungewissen Zukunft. Niemand kann genau abschätzen, was nun mit dem Projekt und dem Land passieren wird. Viele Arbeiter_innen wurden bereits entlassen.

FIAN Österreich verfolgt zusammen mit SiLNoRF den Fall seit 2013 und wird besonders in dieser unsicheren Situation die Fallarbeit fortsetzen und die Gemeinschaften weiter begleiten.

 

Mohamed Conteh zu Gast in Wien

Bis heute leidet die Bevölkerung im sierra-leonischen Makeni unter den negativen Folgen eines einstigen Vorzeigeprojekts europäischer Entwicklungsbanken, darunter auch der österreischen OeEB. In der vergangenen Woche war der sierra-leonische Aktivist Mohamed Conteh in Wien zu Gast und versuchte gemeinsam mit FIAN bei Politik und Öffentlichkeit auf den Fall aufmerksam zu machen.

LIGA Relaunch

Die „liga“ – das Magazin der Österreichischen Liga für Menschenrechte – präsentiert sich ab sofort im neuen Look. Im Fokus der aktuellen Ausgabe steht das Thema Frauenrechte.

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