Zivilgesellschaftliche Organisationen fordern einen tatsächlich demokratischen UN-Ernährungsgipfel

Hunderte von NGOs äußern sich besorgt über die Rolle des Weltwirtschaftsforums im Rahmen des Ernährungsgipfels der Vereinten Nationen 2021

Foto: FIAN

Unternehmen in der globalen Industriekette sind maßgebliche Treiber für ökologische Zerstörung und steigende Hunger- und Unterernährungsraten. Dennoch wenden sich die Vereinte Nationen an sie, um die Krisen der Welt zu lösen. Für das Jahr 2021 haben die Vereinten Nationen einen Ernährungsgipfel angekündigt. Das ist großartig, denn die Welt benötigt dringend umfassendere und nachhaltigere Systeme, um die Herausforderungen des Klimawandels zu bewältigen. Es ist jedoch zu befürchten, dass das Weltwirtschaftsforum - das mächtige Unternehmen vertritt - als strategischer Partner der Vereinten Nationen hinter der Organisation des Ernährungsgipfels stehen wird.

Erneut fordern Hunderte von NGOs weltweit den UN-Generalsekretär auf, das im vergangenen Jahr unterzeichnete UN-WEF-Partnerschaftsabkommen zu beenden und die Organisation des Gipfels zu überdenken.

Die UNO sollte stattdessen auf den Errungenschaften in der demokratischen Lebensmittelpolitik aufbauen. Diese sind das Ergebnis der Arbeit zivilgesellschaftlicher Organisationen und sozialer Bewegungen, die die am stärksten von Hunger und Unterernährung betroffenen Menschen vertreten.

Schließen Sie sich dem #StopUNWEF an und unterstützen Sie eine demokratische Lebensmittelgesetzgebung.

Hier können Sie die Petition unterzeichnen: https://www.foodsovereignty.org/csos-letter-on-un-food-systems-summit/

Eine Existenzsicherung, die vor Armut schützt, ist dringend notwendig!

2021 waren 17% der Bevölkerung in Österreich armutsbetroffen, wovon fast ein Viertel Kinder sind. Das sind 1.519.000 Menschen, davon 368.000 Kinder. Angesichts der Teuerung von Nahrungsmitteln und Energie steigt die Nachfrage bei Sozialmärkten und anderen Ausgabestellen, wo Lebensmittel zu stark reduzierten Preisen oder umsonst verteilt werden. Ein Mittel, um Armut nachhaltig zu bekämpfen sind sie jedoch nicht. Es braucht Maßnahmen der öffentlichen Hand, die die Existenzsicherung und somit auch das Recht auf Nahrung gewährleisten.

Tag des Kleinbäuerlichen Widerstands: Kleinbäuerliche Saatgutsysteme stärken Ernährungssouveränität, Biodiversität und Klimaresilienz

Am Internationalen Tag des Kleinbäuerlichen Widerstands, dem 17. April, schließt FIAN sich den weltweiten bäuerlichen Bewegungen an. Wir weisen auf die anhaltende Unterdrückung von Bäuer*innen, Landarbeiter*innen und indigenen Völkern hin - insbesondere von Frauen, die den größten Teil der Weltbevölkerung ernähren, aber noch wenig Einfluss auf die Ernährungspolitik haben. 

Neue Dimension der globalen Ernährungskrise durch Ukrainekrieg bedarf koordinierter politischer Reaktion

Mechanismus der Zivilgesellschaft und indigener Völker (CSIPM) fordert außerordentliche Plenarsitzung des UN-Ausschusses für Welternährungssicherheit (CFS), um sich mit der neuen Dimension der globalen Nahrungsmittelkrise zu befassen. Bisher vorgeschlagene Lösungen verfehlen das Ziel, einen echten Wandel herbeizuführen und künftige Krisen zu verhindern.

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