HUMAN RIGHTS TALK: Klein aber oho - Können KleinbäuerInnen die Welt ernähren?

Laut UN-Empfehlungen und Expert*innenmeinung sind Kleinbäuer*innen ein wesentlicher Teil der Lösung bei globalen Nahrungskrisen. Allerdings sind Kleinbäuer*innen selbst vermehrt Opfer von Menschenrechtsverletzungen, wie Landgrabbing, Armut und Unterernährung. Damit stellt sich die Frage, inwieweit sie in der Lage sind, die Nahrungskrise zu bekämpfen.

Auch 10 Jahre nach der großen Nahrungskrise von 2007/08 reißen die Nachrichten über Hungersnöte nicht ab. Obwohl Kleinbäuerinnen und Kleinbauern einen überproportional großen Anteil der Nahrungsmittelproduktion weltweit beitragen, sind sie  die am meisten von Menschenrechtsverletzungen wie Vertreibung, Landgrabbing, Hunger und Mangelernährung betroffene Bevölkerungsgruppe. Die Nahrungsmittelkrise 2007 wurde durch nicht nachhaltige Agrar- und Handelspolitik verursacht, die sich an Profitmaximierung, Wachstum und Industrialisierung orientiert. Die dominanten Akteur*innen sind Konzerne und Regierungen, kleine Lebensmittelproduzent*innen und Konsument*innen dagegen bleiben von der Ausgestaltung ausgeschlossen. Ein Paradigmenwechsel muss das Wirtschaftssystem von Grund auf  transformieren um weitere (Nahrungs-)Krisen zu vermeiden. Der diesjährige Right to Food and Nutrition Watch nimmt sich dem Thema an und zeigt unter dem Motto "The World Food Crisis: The Way Out" alternative Lösungen auf. Diese Wege aus der Krise möchten wir aufzeigen.

Karin Lukas (Forschungszentrum Menschenrechte, Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte), Brigitte Reisenberger (FIAN Österreich), David Jelinek (ÖBV - Via Campesina Austria), Bernhard Freyer (Institut für Ökologischen Landbau - Universität für Bodenkultur) und Waltraud Rabitsch (ADA - Austrian Development Agency) werden darüber diskutieren, welche Rolle Kleinbäuerinnen und Kleinbauern im Kampf gegen Hunger und Armut spielen und wie Menschenrechte als Instrument genutzt werden können, ihr Recht auf Rechte zu sichern und Ernährungssouveränität zu erlangen. Moderation: Irene Brickner.

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Veranstaltung der Universität Wien Forschungszentrum Menschenrechte und Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte.

In Kooperation mit FIAN Österreich und Brot für die Welt.

Right to Food and Nutrition Watch ist ein zivilgesellschaftliches Instrument, das die Politik überwacht und Ungerechtigkeit im Ernährungssystem benennt. Er erscheint 2017 zum 10. Mal in Englisch, Französisch und Spanisch und wird von einem internationalen Konsortium aus Fachorganisationen und Netzwerken herausgegeben.

Printexemplare werden wir auch auf der Veranstaltung auflegen. Oder Sie bestellen ein Exemplar unter office[ät]fian.at

Den vollständigen Human Rights Talk gibt es zum Anschauen hier

Tag des Kleinbäuerlichen Widerstands: Kleinbäuerliche Saatgutsysteme stärken Ernährungssouveränität, Biodiversität und Klimaresilienz

Am Internationalen Tag des Kleinbäuerlichen Widerstands, dem 17. April, schließt FIAN sich den weltweiten bäuerlichen Bewegungen an. Wir weisen auf die anhaltende Unterdrückung von Bäuer*innen, Landarbeiter*innen und indigenen Völkern hin - insbesondere von Frauen, die den größten Teil der Weltbevölkerung ernähren, aber noch wenig Einfluss auf die Ernährungspolitik haben. 

Neue Dimension der globalen Ernährungskrise durch Ukrainekrieg bedarf koordinierter politischer Reaktion

Mechanismus der Zivilgesellschaft und indigener Völker (CSIPM) fordert außerordentliche Plenarsitzung des UN-Ausschusses für Welternährungssicherheit (CFS), um sich mit der neuen Dimension der globalen Nahrungsmittelkrise zu befassen. Bisher vorgeschlagene Lösungen verfehlen das Ziel, einen echten Wandel herbeizuführen und künftige Krisen zu verhindern.

Indien: Vertreibung und Umweltzerstörung in Odisha stoppen - jetzt Eilaktion unterstützen

Seit 2005 protestiert die Landbevölkerung im Bezirk Jagatsinghpur gegen Umweltzerstörung und die unrechtmäßige Aneignung ihres Landes. Dort sollen Industrieanlagen und Infrastruktur – darunter Stahl- und Zementwerke, ein Kraftwerk und ein Hafen – errichtet werden. FIAN ruft zu einer Briefaktion auf, um mehr als 40.000 Bäuer*innen, Landarbeiter*innen und Fischer*innen vor dem Verlust ihrer Lebensgrundlagen zu schützen.

Eilaktion: Kleinfischer*innen in Uganda

Der Zweck dieser Briefaktion ist es, die Aufmerksamkeit der ugandischen Regierung auf eine Reihe von Bestimmungen des Fischerei- und Aquakulturgesetzes von 2020 zu lenken. Diese besitzen das Potenzial, die Menschenrechte von Kleinfischer*innen zu untergraben. Wir fordern, dass die Verabschiedung und Umsetzung des Gesetzes gestoppt wird, bis die Bedenken geprüft und angegangen worden sind.

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