340 NGOs fordern von EU Stopp der Freihandels-Verhandlungen mit Brasilien

FIAN unterstützt Forderung nach Menschenrechten vor Konzerninteressen

Mato Grosso, Brazil – Photo by Icaro Cooke Vieira/CIFOR cifor.orgCC BY-NC-ND 2.0

Die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes in Brasilien erreicht unter Präsident Jair Bolsonaro ein neues Rekordausmaß. Schwere Menschenrechtsverletzungen, Angriffe auf Minderheiten, die Zivilgesellschaft und indigene Völker nehmen stark zu - nur um die Interessen mächtiger Vieh- und Soja-Agrarkonzernen durchzusetzen. 340 Organisationen fordern daher, das Handelsabkommen zwischen der EU und den Mersocur-Staaten (Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay) sofort zu stoppen. Es verstößt gegen alle Menschenrechts- und Umweltrichtlinien der EU. Auch die österreichische Regierung ist gefordert, sich für einen Abbruch der Verhandlungen einzusetzen oder ein allfälliges Abkommen nicht zu unterzeichnen.

Letter-Brazil-EU-Mercosur  und Liste der unterzeichnenden Organisationen (englisch)

Brief-Brasilien-EU-Mercosur (deutsch)

Petition "Menschenrechte brauchen Gesetze!"

Für den Schutz der Menschenrechte bei internationalen Unternehmenstätigkeiten gibt es bislang nur unverbindliche Leitprinzipien. Diese freiwilligen Vorgaben sind nicht ausreichend, denn trotzdem werden die Menschenrechte von vielen Millionen Kleinbäuer*innen und anderen im Ernährungssystem Beschäftigten, die in globalen Wertschöpfungsketten eingebunden sind, permanent verletzt. Es braucht verbindliche Regulierungen, um Verstöße gegen das Recht auf Nahrung zu verhindern oder Gerechtigkeit für Betroffene herzustellen. Ein Lieferkettengesetz ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Hunger und Mangelernährung und für die Umsetzung der UN-Erklärung für die Rechte von Kleinbäuer*innen und anderen Menschen, die in ländlichen Regionen arbeiten. 

Unser Ernährungssystem braucht eine grundlegende Transformation

Vom 7.9. – 11.9.2020 findet die erste Verhandlungsrunde über die finalen Leitlinien für Nahrungssysteme und Ernährung des UN-Ausschuss für Welternährungssicherheit (CFS) statt. Die Ergebnisse werden einen entscheidenden Einfluss darauf haben, ob es gelingt, die steigenden Raten von Hunger und Unterernährung umzukehren und künftige Pandemien zu verhindern.

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