FILM & DISKUSSION: Neue Wege bäuerlicher Lebensmittelverteilung – „Bauer sucht Crowd”

Öffentliche Veranstaltung im Rahmen des Frühjahrstreffens für Ernährungssouveränität.

Das dominante Verteilsystem von Lebensmitteln, mit seiner Bündelung und Konzentration durch Großhandel und Supermärkte, wird immer öfter den Bedürfnissen der Gesellschaft nicht mehr gerecht. Sowohl dem Wunsch vieler Konsument*innen nach gesundem, regionalem, sozial und ökologisch gerecht produziertem Essen, als auch der Notwendigkeit einen adäquaten Marktzugang mit mindestens kostendeckenden Produktpreisen für Bäuerinnen und Bauern zu garantieren, wird oft aufgrund der Profitlogik nicht nachgekommen. Sowohl Konsument*innen als auch Bäuerinnen und Bauern suchen und entwickeln daher neue Wege bäuerlicher Lebensmittelverteilung. Dazu zählen heute neben den klassischen Formen wie Ab Hof Verkauf oder Bauernmärkten, auch Einkaufsgemeinschaften (FoodCoops) oder Solidarische Landwirtschaft (Community Supported Agriculture).

Im Anschluss an den Film „Bauer sucht Crowd“ gehen wir gemeinsam mit Podiumsgästen folgenden Fragen nach: Sind diese Wege der Lebensmittelverteilung „mainstreamfähig“ oder nur Nischen? Eine Lösung für alle Bäuer*innen bzw. Konsument*innen? Welche Herausforderungen stellen sich? Welche Rahmenbedingungen braucht es? Welche Rolle spielen Verbände bzw. die Kammern?

Dazu diskutieren wir mit:
Ulli Klein, CSA Kleine Farm
Maria Bauchart, ÖBV Direktvermarkterin
Franz Titschenbacher, Präsident LWK Steiermark (angefragt)
Barbara Soritz, Bio Austria Stmk
Fritzi Leitgeb, Hofkollektiv Wieserhoisl

Film: Neue Wege bäuerlicher Lebensmittelverteilung – „Bauer sucht Crowd” von gruenschnitt-filmproduktion.com, Österreich 2015, 25 Min.

In Kooperation mit den Filmtagen Hunger.Macht.Profite. Unterstützt durch ECO POWER GmbH.

Organisiert von: FIAN, ÖBV, AgrarAttac, Südwind, Transition Graz, Welthaus, Forum Urbanes Gärtnern, Greenpeace, GeLaWi Kleine Farm, GeLaWi Biofuchs, Krautkoopf, Impulszentrum Zukunftsfähiges Wirtschaften, AfroAsiatisches Institut, Dreikönigsaktion, Crossroads Festival
Unterstützt von: ÖH Uni Graz Alternativreferat. Studienvertretungen Geographie und USW, HTU, Stadt Graz Umweltamt

Mit dieser Veranstaltung beginnt das Nyeleni-Frühjahstreffen, zu dem alle Interessierten ebenfalls herzlich eingeladen sind.

Indien: Kleinbäuer:innen in Odisha weiterhin von Vertreibung und Umweltzerstörung bedroht

Seit 2005 protestiert die Landbevölkerung im Bezirk Jagatsinghpur (Bundestaat Odisha) gegen Umweltzerstörung und die unrechtmäßige Aneignung ihres Landes. Dort sollen Industrieanlagen und Infrastruktur – darunter Stahl- und Zementwerke, ein Kraftwerk und ein Hafen – errichtet werden. FIAN Österreich rief in Zusammenarbeit mit FIAN International im März 2022 zu einer Briefaktion auf, um mehr als 40.000 Kleinbäuer*innen, Landarbeiter*innen und Fischer*innen vor dem Verlust ihrer Lebensgrundlagen zu schützen. Zu Jahresbeginn berichtet der Sprecher der Bewegung von Polizeirepression, gewaltsamen Übergriffen und zunehmenden Festnahmen und erneuert dringend die Forderungen.

Das Recht auf Nahrung in Europa

Die Ernährungsunsicherheit und Armut nehmen weltweit zu. Auch in Europa. Nach Schätzungen von Eurostat waren 21,7% der EU-Bevölkerung im Jahr 2021 armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. Viele stellen sich u.a. die Frage: Heizen oder Essen? Die existierenden Maßnahmen und Programme kommen für viele zu kurz. Es ist essenziell, dass die Staaten den Zugang zu einer selbstbestimmten, angemessenen und ausreichenden Ernährung sichern.

Eine Existenzsicherung, die vor Armut schützt, ist dringend notwendig!

2021 waren 17% der Bevölkerung in Österreich armutsbetroffen, wovon fast ein Viertel Kinder sind. Das sind 1.519.000 Menschen, davon 368.000 Kinder. Angesichts der Teuerung von Nahrungsmitteln und Energie steigt die Nachfrage bei Sozialmärkten und anderen Ausgabestellen, wo Lebensmittel zu stark reduzierten Preisen oder umsonst verteilt werden. Ein Mittel, um Armut nachhaltig zu bekämpfen sind sie jedoch nicht. Es braucht Maßnahmen der öffentlichen Hand, die die Existenzsicherung und somit auch das Recht auf Nahrung gewährleisten.

Tag des Kleinbäuerlichen Widerstands: Kleinbäuerliche Saatgutsysteme stärken Ernährungssouveränität, Biodiversität und Klimaresilienz

Am Internationalen Tag des Kleinbäuerlichen Widerstands, dem 17. April, schließt FIAN sich den weltweiten bäuerlichen Bewegungen an. Wir weisen auf die anhaltende Unterdrückung von Bäuer*innen, Landarbeiter*innen und indigenen Völkern hin - insbesondere von Frauen, die den größten Teil der Weltbevölkerung ernähren, aber noch wenig Einfluss auf die Ernährungspolitik haben. 

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