Entschädigung für vertriebene Familien aus Kambodscha

In der ersten transnationalen Menschenrechtsklage Südostasiens gingen über 700 Familien aus Kambodscha rechtlich gegen den größten Zuckerproduzenten Asiens vor und erreichten nun eine finanzielle Entschädigung. Durch ein gerichtliches Vermittlungsverfahren erzielten die Kläger:innen im Februar 2025 einen Vergleich mit dem Unternehmen, welches im Mai eine Zahlung an die Gemeinden leistete.

Copyright: FIAN

Als erste Sammelklage von Nicht-Thailänder:innen vor einem thailändischen Zivilgericht ist diese menschenrechtsbasierte Klage richtungsweisend. Das Ergebnis bestätigt, dass die menschenrechtlichen Pflichten von Unternehmen über Staatsgrenzen hinausgehen und sie für ihr Handeln auch extraterritoriale Verantwortung tragen.

Eine der Hauptklägerinnen, Hoy Mai sagt über das Urteil: “Ich bin sehr zufrieden, dass wir eine Einigung für alle unsere Communities erreicht haben (…). Wir können unsere Schulden abzahlen und müssen nicht mehr unsere Familien verlassen, um nach Thailand zu migrieren“ (Quelle: Inclusive Development International).

FIAN begleitete Hoy Mai im Zuge der Lobby-Arbeit zum Aussetzen der Handelspräferenzen im Jahr 2014 zur EU-Kommission. Wir freuen uns über den Erfolg des 17-jährigen Kampfs der Gemeinden für Entschädigung.

Die rund 3.000 Betroffenen wurden in den Jahren 2008 und 2009 von ihrem Land in der Provinz Oddar Meanchey in Kambodscha vertrieben, auf dem eine neue Zuckerplantage der Mitr Phol Sugar Corporation Limited entstand. So wurde ihnen ihre Lebensgrundlage genommen. Die thailändische Firma Mitr Phol ist einer der weltweit größten Zuckerproduzenten und Zulieferer von unter anderem Coca-Cola, Mars und Nestlé.

Nähere Informationen zum Hintergrund: FIAN Studie zu Landraub in Kambodscha

Good Food 4All - Nahrung ist ein Menschenrecht für alle!

Mindestens ein Fünftel der europäischen Bevölkerung hat keinen Zugang zu angemessener Nahrung. Industrielle Lebensmittelsysteme verschärfen Ernährungsunsicherheit, Klimawandel, Umweltverschmutzung, Verlust der biologischen Vielfalt, Ausbeutung von Arbeitskräften und Tierleid. Die EU muss das Recht auf Nahrung systemisch garantieren und gesunde, gerechte, humane und nachhaltige Lebensmittelsysteme für heutige und zukünftige Generationen fördern.

Was is(s)t gerecht? Lehrgang für Multiplikator*innen

Für eine Veränderung in unserem Ernährungssystem braucht es junge Menschen, die etwas bewegen wollen. Genau für diejenigen gibt es diesen Lehrgang: An 8 Terminen zwischen März und September bekommst du das Wissen und die Skills, um Veränderungen anzustoßen und weiterzutragen – direkt aus Theorie und Praxis. Die Anmeldung läuft bis zum 01. Februar 2026!

Mit Agrarökologie den Boden für künftige Generationen bereiten und erhalten

Die Integration der Rechte künftiger Generationen in gegenwärtige Entscheidungsfindung stellt sicher, dass Entwicklungsbemühungen nachhaltig gerecht sind. Die Maastrichter Grundsätze liefern den rechtlichen und ethischen Rahmen, der die Verantwortung von Staaten und Unternehmen betont, die Rechte zukünftiger Generationen zu schützen. Die industrielle Landwirtschaft, die auf die kurzzeitige Maximierung der globalen Lebensmittelproduktion mithilfe externer Inputs abzielt und damit unsere Umwelt und Ökosysteme zerstört, steht dem Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen für kommende Generationen entgegen.

Oikocredit: Mediation über Menschenrechtsverletzungen im kambodschanischen Mikrofinanzsektor ohne Einigung

Am 24.1. scheiterte die Mediation zwischen des drei NGOs und Oikocredit. Die Mediation war nach einer OECD-Beschwerde bei der niederländischen Nationalen Kontaktstelle (NKS) im Dezember 2022 wegen Menschenrechtsverletzungen im kambodschanischen Mikrofinanzsektor eingeleitet worden. Die drei NGOs FIAN Deutschland, Euqitable Cambodia und LICADHO haben dazu eine gemeinsame Stellungnahme veröffentlicht. 

nach oben