Frauen als Protagonistinnen im Kampf gegen Mangel und Hunger

Im Ernährungssystem spielen Frauen eine tragende Rolle und sind zugleich Betroffene schwerwiegender Diskriminierung. Trotz ihrer wichtigen Rolle in Anbau, Verarbeitung und Lagerung von Nahrungsmitteln sind über 60 Prozent der weltweit von Nährstoffmangel betroffenen Menschen weiblich, und das überwiegend am Land. Ihr Zugang zu gesunder Ernährung ist eingeschränkt, denn patriarchale Machtstrukturen und Menschenrechtsverstöße durch Konzerne untergraben ihr Recht auf Nahrung. Die Stärkung ihrer politischen Teilhabe und ökonomischen Rechte muss im Zentrum von Entwicklungsstrategien und Landwirtschaftspolitik stehen, sollen Hunger und Mangelernährung nachhaltig überwunden werden.

FIAN Basisfolder

Wer ist FIAN? Was macht FIAN? In unserem neuen Basisfolder „Mit Menschenrechten gegen Hunger!“ erfährst du in Kürze wie wir arbeiten, was uns antreibt und worauf wir uns dabei stützen.

Menschen vor Profite

Zwischenstaatliche Abkommen erleichtern Konzernen den Zugang zu Märkten und Rohstoffen und schützen ihre Interessen mit einklagbaren Rechten. Für den Schutz der Menschenrechte bei weltweiten Unternehmensaktivitäten gibt es jedoch bloß freiwillige Leitprinzipien, deren Anerkennung den Staaten wie global agierenden Unternehmen derzeit bloß „empfohlen“ wird. Bei Verstößen haben die Opfer praktisch keine Chance auf Entschädigung und Wiedergutmachung, die Unternehmen bleiben straflos. Das muss sich ändern! Menschenrechte müssen effektiv geschützt werden. Dafür braucht es ein verbindliches Abkommen, in dem die Weltgemeinschaft Unternehmen zur Einhaltung von Menschenrechten verpflichtet.

Dieses Infoblatt informiert über das UN-Abkommen zu Wirtschaft und Menschenrechte, auch TNC-Treaty genannt, und dessen Hintergrund.

Human Rights for People’s Sovereignty

In seiner neuen Broschüre „Human Rights for People’s Sovereignty - How to Govern over Transnational Corporations?“ setzt sich Rolf Künnemann kritisch mit dem strategischen Einsatz des Menschenrechtsdiskurses durch transnationale Konzerne auseinander. Diese Vereinnahmung von Menschenrechten zu PR-Zwecken wird auch als ‚Corporate Capture‘ bezeichnet. Die Verwirklichung von Menschenrechten ist jedoch keine moralische Frage, sondern ein politischer Anspruch aller: Weltweit haben sich Staaten zur Wahrung dieser Rechte verpflichtet.

Land Grabbing and Human Rights: The Role of EU Actors Abroad

Während die Rolle von Investitionen aus China oder den Golfstaaten mehr Aufmerksamkeit bekommen hat, wurde die Rolle der EU und ihrer Mitgliedstaaten im globalen Land Grabbing bisher eher selten beleuchtet. Die Publikation „Land Grabbing and Human Rights: The Role of EU Actors Abroad“ von FIAN International und „Hands on the Land for Food Sovereignty“ zeigt, inwiefern verschiedenste Akteure der EU an Land Grabbing und damit verbundenen Menschenrechtsverletzungen beteiligt sind.

Diese Publikation ist die Kurzfassung einer Studie von 2016 von FIAN International und niederländische Institute for Social Studie (ISS), die vom EU-Parlament in Auftrag gegeben wurde.

Workers - The Right to Decent Conditions

Weltweit sind Arbeiter*innen von Verletzungen ihrer Menschenrechte betroffen. Dies trifft vor allem auf jene Menschen zu, die im informellen Sektor tätig sind und dadurch nicht von bindenden internationalen Standards geschützt sind. Aber auch im formellen Sektor werden Grundrechte von Arbeiter*innen verletzt.

Die neuste Ausgabe der Serie „The Struggle for the Right to Food and Nutrition“ beschäftigt sich mit den Rechten von Arbeiter*innen. Ihr Recht auf Nahrung kann nur verwirklicht werden, wenn ihnen adäquate Löhne zugestanden werden.

Annual Report 2016

2016 - Jahr der Umwälzungen

In Zeiten der Veränderung kämpfte FIAN International weiterhin für das Recht auf Nahrung, zeigt der Jahresbericht 2016.

Laut FIAN Internationals Generalsekretärin Sofia Monsalve wurden FIANs Aktivitäten im Kontext des Wandels durchgeführt. In ihren Worten war Veränderung im vergangenen Jahr grundlegend: "Alternative Denkweisen sind stärker geworden als je zuvor und rütteln an den Grundlagen dessen, was einige als stabile Systeme betrachteten. Leider haben in manchen Ländern die lautesten Stimmen oft reaktionäre Gedanken verbreitet und die Schwächung der Menschenrechte ausgelöst". Zur aktuellen Lage der Menschenrechte sagt sie: "Nicht nur Fortschritte im Bereich der Menschenrechte zu erzielen, scheint anspruchsvoll zu sein, sondern auch die bereits errungenen Erfolge sind gefährdet. Und genau deshalb müssen wir handeln".

Der Bericht zeichnet eine Zukunftsvision und bekräftigt erneut, dass die am stärksten betroffenen Gruppen in politischen Entscheidungsprozess im Mittelpunkt stehen müssen, um die strukturellen Ursachen von Hunger und Mangelernährung effektiv zu bekämpfen.

LGBTIQA Community - The Right to Feed Off Inclusion

Diejenigen, die ihre sexuelle Identität nicht durch soziale Normen definieren, werden eher diskriminiert und stehen vor großen Herausforderungen, wenn es darum geht, eine angemessene Ausbildung zu erhalten, eine Arbeit zu finden oder soziale Unterstützung zu bekommen. Diese Diskriminierungen haben einen großen Einfluss auf ihre Fähigkeit, sich angemessen zu ernähren.

Unsere Februar-Ausgabe der "Struggle for the Right to Food and Nutrition" Serie untersucht, wie die schreckliche Diskriminierung, die LGBTIQA-Gruppen aufgrund sexueller Identitäten erleiden, ihren Zugang zu adäquater und nahrhafter Nahrung gefährdet.

Children. The right to grow up in a nourishing environment

Mangel- und Unterernährung verursachen fast die Hälfte der Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren, das sind 3,1 Millionen pro Jahr. Nach jüngsten Schätzungen ist jedes vierte Kind weltweit in seiner Entwicklung gehemmt aufgrund von unzureichender Nahrungsversorgung und 66 Millionen der Grundschüler*innen im Globalen Süden gehen hungrig zur Schule!

Diese Bedingungen sind das Ergebnis der fehlenden oder ineffizienten Sozialpolitik des Staates, das Fehlen von Beschäftigungsmöglichkeiten und die Diskriminierung von Frauen. Die Nicht-Verwirklichung ihres Rechts auf angemessene Nahrung, verhindert auch, dass Kinder ihre Grundrechte, einschließlich das Recht auf Bildung, wahrnehmen können. Dies ist ein Teufelskreis, der nicht nur lebensbedrohlich ist, sondern auch Armut zementiert.

Was sind die erforderlichen Ansätze und Maßnahmen, um einen angemessenen Schutz für Kinder zu gewährleisten? Muss man auf die Verabschiedung einer allgemeinen Bemerkung zum Recht der Kinder auf Nahrung und Ernährung hinarbeiten?

Cooling the Planet: Frontline communities lead the struggle

Indigene Gemeinschaften, Kleinbauern und –bäuerinnen, Fischer*innen, Hirt*innen werden als erstes von den Auswirkungen der Klimakrise getroffen. Vor fast einem Jahr während COP21 in Paris diskutierten und verurteilten sie die aktuellen technikbasierten und marktorientierten Ansätze zur Klimakrise. Sie kämpfen für echte Lösungen, die an der Wurzel der Krise anpacken – Es braucht einen Systemwandel, um den Klimawandel zu stoppen!

Der Zweck dieses Berichts ist es, ihre Stimmen zu verstärken und die politischen Botschaften der 16 Vertreter*innen sozialer Bewegungen, die an dem COP 21 Treffen teilgenommen haben, breit zu streuen.

Der Bericht ist ein Produkt der gemeinsamen Zusammenarbeit vieler sozialer Bewegungen und befreundeten Organisationen aus der ganzen Welt. Mehr als zwanzig Gruppen haben zum Bericht beigetragen.

Rural Peoples. Mobilizing Against the Dispossession of the Commons

Die ländliche Bevölkerung spielt eine Schlüsselrolle bei der Ernährung der Weltbevölkerung. Die vierte Ausgabe der Serie "Struggle for the Right to Food and Nutrition" untersucht die Herausforderungen denen sie gegenüber stehen.

Drei von vier Hungernden weltweit leben als Kleinbauern, Viehzüchter und Arbeiter auf dem Land. Hunger betrifft also in erster Linie diejenigen, die am Land leben und einen Großteil der globalen Lebensmittel produzieren. Zudem wird ihr Zugang zu und ihre Kontrolle über natürliche Ressourcen zunehmend eingeschränkt. Infolgedessen können sie nich genug Einkommen erwirtschaften, das ihnen erlaubt in Würde zu leben.

Was sind erforderliche Ansätze, um ihre Rechte zu schützen?

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