Filmabend - Landraub

Die Grünen Schwanenstadt laden recht herzlich bei freiem Eintritt zu dem Film "Landraub" im Kino Schwanenstadt.

mit anschließender Diskussion mit Brigitte Reisenberger von FIAN Österreich und Christine Pichler-Brix von ÖBV- Via Campesina Austria

Sehen Sie sich den Film an, bilden Sie sich eine Meinung und diskutieren Sie mit uns.

Landraub – ein Film von Kurt Langbein und Christian Brüser

Agrarflächen sind das neue Gold; durch die immer weiter voranschreitende Verknappung von fruchtbaren Ackerflächen durch z.B. Bodenversiegelung und Verbauung, wird diese wertvolle Gut zunehmend interessant für Investoren. Geldanleger und Regierungen sichern sich riesige Landflächen, vornehmlich in den ärmeren Ländern Welt und wollen so ihre Profite und Macht maximieren. Verlierer sind die lokalen Kleinbauern und die Umwelt. International wird dieses Vorgehen als Landgrabbing bezeichnet. Der Film von Kurt Langbein und Christian Brüser portraitiert die Investoren und ihre Opfer. Ihr Selbstbild könnte unterschiedlicher nicht sein. Die einen sprechen von gesundem Wirtschaften, Sicherung der Nahrungsversorgung und Wohlstand für alle. Die anderen erzählen von Vertreibung, Versklavung und vom Verlust der wirtschaftlichen Grundlagen.

Landraub auch vor unserer Haustür

 „Landraub“ blickt auch kritisch nach Europa, denn auch hier schreitet die Landkonzentration rapide voran. Wie Recherchen von FIAN zeigen, mischen österreichische Akteure kräftig im Wettlauf um Land in Osteuropa mit. Die Bäuerinnen und Bauern in Rumänien profitieren vom Investitionsboom kaum, ganz im Gegenteil,  sie werden zunehmend verdrängt.  „Auch in Europa muss bei der Verwaltung von Land die bäuerliche,  ökologisch und sozial gerechte Produktion von Nahrungsmitteln Vorrang bekommen. Sie zielt auf die Verwirklichung des Menschenrechts auf Nahrung ab, während die aktuellen Großinvestitionen die Profite weniger machtvoller Akteure im Sinn haben“, so sagt Brigitte Reisenberger von FIAN Österreich.

Mangelnder Landzugang ist seit jeher eine der Hauptursachen für Hunger.

Mangelnder Landzugang ist seit jeher eine der Hauptursachen für Hunger. „Die landlosen und landarmen Bauern und Bäuerinnen in den Ländern des Globalen Südens stellen den Großteil der unterernährten Menschen dar. Was sie brauchen, ist vor allem ein Stück Land, von dem sie sich selbst und in Würde ernähren können. Das Recht auf Nahrung ist als Menschenrecht in Artikel 11 des Internationalen Paktes über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte völkerrechtlich verankert. Der Zugang zu natürlichen Ressourcen – Land miteingeschlossen – sind ein Menschenrecht, keine Ware“, so Brigitte Reisenberger von FIAN Österreich.

Philippinen: „Agrarreform bleibt ein unerfülltes Versprechen“ – Interview mit Joseph Purugganan

Die vorherrschende Meinung sieht drei Hauptgründe für die anhaltenden Ernährungsprobleme: die COVID-Pandemie, den russischen Angriffskrieg in der Ukraine und den Klimawandel. Joseph Purugganan hingegen bezeichnet die globale Ernährungskrise als eine Folge der industriellen Landwirtschaft. Purugganan koordiniert das Philippinen-Programm von Focus on the Global South. Die Organisation ist eng verbunden mit sozialen Bewegungen in Asien und entwickelt Konzepte für einen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Wandel.

Kambodscha: Präsident des Bauernverbands und Landrechtsaktivisten wegen Verschwörung angeklagt

Drei kambodschanische Menschenrechtsverteidiger wurden Anfang vergangener Woche festgenommen und wegen angeblicher Verschwörung gegen den Staat angeklagt. Ihnen drohen bis zu zehn Jahre Haft. In dem autoritär geführten südostasiatischen Land steht die Zivilgesellschaft massiv unter Druck; Menschenrechtsaktivist*innen werden immer wieder mit fabrizierten Anklagen überzogen und inhaftiert.

Mikrofinanzkrise: OECD-Beschwerde gegen Oikocredit

Mikrokredite entpuppen sich in Kambodscha seit Jahren als Schuldenfalle. Während sie europäischen Investoren Profite bringen, führen sie vor Ort zu Landverlust, Armut und Menschenrechtsverletzungen. Trotzdem hat der sogenannte „ethische“ Investor Oikocredit seine Investitionen in Kambodscha sogar noch erhöht. Drei NGOs legen daher nun Beschwerde gegen Oikocredit bei der OECD ein.

Kambodscha: Von deutscher Bundesregierung geförderte Studie bestätigt gravierende Probleme im Mikrokreditsektor

Eine vom deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geförderte Studie bestätigt das Problem der weitverbreiteten Überschuldung in Kambodscha durch Mikrokredite. Dieses führt zu einer „bedenklich hohen“ und „nicht akzeptablen“ Zahl von Landverkäufen. Wichtige Geber des kambodschanischen Mikrofinanzsektors sind verschiedene europäische und multinationale Entwicklungsbanken sowie private „ethische“ Investoren wie Oikocredit, Triodos Bank, Invest in Visions, Vision Microfinance und mit kleineren Beträgen die Bank im Bistum Essen und GLS Bank.
 

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