Filmverleihpaket: Land Rush - Ausverkauf in Afrika, Der Kampf ums Ackerland (“Why Poverty?“)

von Hugo Berkeley und Osvalde Lewat 43:45 Min Mali 2012 DE In 2008 begann das Ernährungssystem auf der Welt auseinander zu brechen. Reiche Länder fingen an, Land in Entwicklungsländern aufzukaufen und die dortige Landwirtschaft zu transformieren. Eine spannende Gelegenheit oder herkömmlicher Landraub?

60 Prozent der weltweit verfügbaren Anbauflächen liegen in Afrika. Als die Nahrungsmittelpreise stiegen, fielen dort große Agrarkonzerne ein, oft indem sie traditionelle Subsistenz-Bauern/-Bäuerinnen vertrieben. Ein Land, das sich den neuen landwirtschaftlichen Möglichkeiten öffnen will, ist Mali. 75 Prozent der Bevölkerung Malis sind Landwirt_innen. Reiche Länder wie China oder Saudi-Arabien pachten hingegen ihr Land, um darauf riesige Agrarbetriebe zu errichten. Viele malische Kleinbauern und -bäuerinnen begrüßen diese Bestrebungen nicht, sehen sie in ihnen doch eine andere Manifestation von Imperialismus.

Der Dokumentarfilm folgt dem Vorhaben des amerikanischen Zuckerproduzenten Mima Nedelcovych Sosumar und seiner 600 Mio. US-Dollar Partnerschaft mit der malischen Regierung, von der er 200 Quadratkilometer erstklassiger Landwirtschaftsfläche für Anbau und Produktion gepachtet hat.

Anders jedoch als seine Konkurrenz betrachtet Mima die Einbeziehung der lokalen Gemeinschaft als Schlüssel zum Erfolg des Projektes und bietet ihnen partnerschaftlich an, Vertrags-Rohrzuckerbauern und -bäuerinnen mit der Aussicht, zur rechten Zeit "ein kleiner, kommerzieller Farmer und dann ein großer, kommerzieller Farmer" zu werden. Dieser Plan wird nicht von jede_m willkommen geheißen und das Sosumar-Experiment endet abrupt, während eines Militärputschs zu dieser Zeit in Mali.

Philippinen: „Agrarreform bleibt ein unerfülltes Versprechen“ – Interview mit Joseph Purugganan

Die vorherrschende Meinung sieht drei Hauptgründe für die anhaltenden Ernährungsprobleme: die COVID-Pandemie, den russischen Angriffskrieg in der Ukraine und den Klimawandel. Joseph Purugganan hingegen bezeichnet die globale Ernährungskrise als eine Folge der industriellen Landwirtschaft. Purugganan koordiniert das Philippinen-Programm von Focus on the Global South. Die Organisation ist eng verbunden mit sozialen Bewegungen in Asien und entwickelt Konzepte für einen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Wandel.

Kambodscha: Präsident des Bauernverbands und Landrechtsaktivisten wegen Verschwörung angeklagt

Drei kambodschanische Menschenrechtsverteidiger wurden Anfang vergangener Woche festgenommen und wegen angeblicher Verschwörung gegen den Staat angeklagt. Ihnen drohen bis zu zehn Jahre Haft. In dem autoritär geführten südostasiatischen Land steht die Zivilgesellschaft massiv unter Druck; Menschenrechtsaktivist*innen werden immer wieder mit fabrizierten Anklagen überzogen und inhaftiert.

Mikrofinanzkrise: OECD-Beschwerde gegen Oikocredit

Mikrokredite entpuppen sich in Kambodscha seit Jahren als Schuldenfalle. Während sie europäischen Investoren Profite bringen, führen sie vor Ort zu Landverlust, Armut und Menschenrechtsverletzungen. Trotzdem hat der sogenannte „ethische“ Investor Oikocredit seine Investitionen in Kambodscha sogar noch erhöht. Drei NGOs legen daher nun Beschwerde gegen Oikocredit bei der OECD ein.

Kambodscha: Von deutscher Bundesregierung geförderte Studie bestätigt gravierende Probleme im Mikrokreditsektor

Eine vom deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geförderte Studie bestätigt das Problem der weitverbreiteten Überschuldung in Kambodscha durch Mikrokredite. Dieses führt zu einer „bedenklich hohen“ und „nicht akzeptablen“ Zahl von Landverkäufen. Wichtige Geber des kambodschanischen Mikrofinanzsektors sind verschiedene europäische und multinationale Entwicklungsbanken sowie private „ethische“ Investoren wie Oikocredit, Triodos Bank, Invest in Visions, Vision Microfinance und mit kleineren Beträgen die Bank im Bistum Essen und GLS Bank.
 

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