FoodFirst - Die zweite Staffel der FIAN-Podcastreihe

Im März dieses Jahres feierte die erste Staffel des FIAN-Podcasts auf Radio Orange Premiere. Nun, ein halbes Jahr später, geht FoodFirst in die zweite Runde. Passend zum Internationalen Tag der Demokratie, den die Generalversammlung der Vereinten Nationen 2007 ausgerufen hat und der am 15. September begangen wird, widmet sich die zweite Staffel von FoodFirst in drei Kapiteln der Frage, was unser Ernährungssystem mit Demokratie zu tun hat, wo es an der Umsetzung hapert und was wir mit Blick auf unser Ernährungssystem für unsere Demokratie lernen können.

Am 14. September um 14 Uhr sowie am 15. und 16. September um 14:30 Uhr ist auf Radio Orange jeweils ein neues Kapitel zu hören. Danach gibt es die Folgen überall dort, wo es Podcasts gibt, zum Nachhören!

Staffel 2: Demokratiekrise im Ernährungssystem?

Demokratie wird von vielen als Bedingung für die Umsetzung der Menschenrechte gesehen und umgekehrt sind die Menschenrechte ein Grundpfeiler der Demokratie. Was passiert jedoch mit der Demokratie, wenn diese Menschenrechte ins Wanken geraten?

Kapitel 1 beschäftigt sich mit den Folgen für die Teilhabe in Österreich, wenn das Recht auf Nahrung nicht verwirklicht wird. Als Beispiel für einen Ort, an dem armutsbetroffene Menschen selbstbestimmt über ihre Ernährung entscheiden können, wird das Neunerhauscafé in Wien vorgestellt. Im Anschluss erklärt die französische Bäuerin Morgan Ody, warum Ernährungssouveränität eine Demokratisierung unseres Alltags erfordert.

Kapitel 2 führt nach Brasilien, wo die Entstehung des Ernährungsrates CONSEA im Gespräch mit Elisabetta Recine, der Präsidentin von CONSEA, sowie mit Mariza Rios von FIAN Brasilien beleuchtet wird. Dieses erfolgreiche Beispiel zeigt, wie sich die Zivilgesellschaft eine dauerhafte Mitbestimmung in den Ernährungsfragen der Regierung erkämpft hat. Zudem wird deutlich, welche Bedeutung die Forderung nach dem Recht auf Nahrung für demokratische Bewegungen hatte – und warum diese Strukturen gerade deshalb unter der Regierung von Jair Bolsonaro angegriffen wurden.

Kapitel 3 widmet sich schließlich der Frage, wie Demokratie im Alltag vor Ort gelebt und gelernt werden kann, um Angriffen auf demokratische Strukturen etwas entgegenzusetzen. Im Mitmach-Supermarkt MILA in Wien werden im Gespräch mit Julianne Fehlinger neue Formen von Teilhabe und Zusammenarbeit sichtbar, beispielsweise beim gemeinsamen Einräumen der Supermarktregale. Morgan Ody bringt es auf den Punkt: Für eine lebendige Demokratie braucht es ein gutes Leben für alle.

Der Podcast wird gefördert durch die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit.

FAQ zu Good Food 4All

FIAN unterstützt Good Food 4All - Die Europäische Bürger:inneninitiative für das Recht auf Nahrung. Damit wollen wir die Europäische Kommission zum Handeln auffordern, um allen Menschen in Europa einen Zugang zu gesunden und nachhaltigen Lebensmitteln zu garantieren. In diesem FAQ beantworten wir alle Fragen rund um Good Food 4All. Du hast weitere Fragen? Schreib uns an office[at]fian.at.

„The Farmer Case“: Belgisches Gericht ebnet den Weg für Klimaklage gegen TotalEnergies

Der Fall des belgischen Landwirts Hugues Falys zeigt, dass die Klimakrise zunehmend als Frage von Menschenrechten vor Gericht verhandelt wird. Das Gericht hat die Klage des Landwirts gegen den Energiekonzern TotalEnergies für zulässig erklärt, das Urteil in der Sache wird für den 9. September 2026 erwartet. Das Gericht begründete dies damit, zunächst eine Entscheidung in einem parallelen Verfahren gegen TotalEnegies in Frankreich abwarten zu wollen.

Menschenrechte hörbar machen: Der neue Podcast FoodFirst

Drei Folgen, ein zentrales Thema: Mit „FoodFirst“ startet FIAN Österreich eine neue Podcastreihe, die alle sechs Monate erscheint und Wege zu gerechteren Ernährungssystemen aufzeigt. Den Auftakt macht die Staffel „Im Schatten der Lieferketten“, die sich mit Menschenrechten in der globalen Lebensmittelproduktion auseinandersetzt.

Good Food 4All - Nahrung ist ein Menschenrecht für alle!

Mindestens ein Fünftel der europäischen Bevölkerung hat keinen Zugang zu angemessener Nahrung. Industrielle Lebensmittelsysteme verschärfen Ernährungsunsicherheit, Klimawandel, Umweltverschmutzung, Verlust der biologischen Vielfalt, Ausbeutung von Arbeitskräften und Tierleid. Die EU muss das Recht auf Nahrung systemisch garantieren und gesunde, gerechte, humane und nachhaltige Lebensmittelsysteme für heutige und zukünftige Generationen fördern.

Was is(s)t gerecht? Lehrgang für Multiplikator*innen

Für eine Veränderung in unserem Ernährungssystem braucht es junge Menschen, die etwas bewegen wollen. Genau für diejenigen gibt es diesen Lehrgang: An 8 Terminen zwischen März und September bekommst du das Wissen und die Skills, um Veränderungen anzustoßen und weiterzutragen – direkt aus Theorie und Praxis. Die Anmeldung läuft bis zum 01. Februar 2026!

Mit Agrarökologie den Boden für künftige Generationen bereiten und erhalten

Die Integration der Rechte künftiger Generationen in gegenwärtige Entscheidungsfindung stellt sicher, dass Entwicklungsbemühungen nachhaltig gerecht sind. Die Maastrichter Grundsätze liefern den rechtlichen und ethischen Rahmen, der die Verantwortung von Staaten und Unternehmen betont, die Rechte zukünftiger Generationen zu schützen. Die industrielle Landwirtschaft, die auf die kurzzeitige Maximierung der globalen Lebensmittelproduktion mithilfe externer Inputs abzielt und damit unsere Umwelt und Ökosysteme zerstört, steht dem Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen für kommende Generationen entgegen.

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