Filmverleihpaket: Schweine für den Müllcontainer - Warum es zu viel Fleisch gibt

von Edgar Verheyen 43:50 Min Deutschland 2012 DE

Landen 20 Millionen Schweine im Müll?

Dieses Tier leidet unter seinem eigenen Körpergewicht und kann sich nur mit Mühe aufrichten. Schweinefleisch ist billiger denn je - 60 Cent kosten 100 Gramm! Preise, die nur zustande kommen, weil EU, Bund und Länder die Fleischproduktion stark subventionieren. Wie stark die Schweinezüchter subventioniert werden, kann selbst die Europäische Union nicht genau sagen. Der "Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland" (BUND) ging 2012 davon aus, dass sich die Fördergelder für Ackerflächen, für Tierfutter, Stallneubauten und Zollerleichterungen auf 1,8 Milliarden Euro summierten. Die Folge: Restaurants, Supermärkte und Haushalte werfen Schätzungen zufolge 30 Prozent des produzierten Schweinefleisches in den Müll. In Deutschland werden pro Jahr 59 Millionen Schweine gemästet und geschlachtet. Stimmen die Schätzungen, so würden im Jahr 20 Millionen Schweine für den Müll geschlachtet. Die weggeworfenen Fleischreste landen zum Beispiel in einer Hamburger Biogasanlage. 20.000 Tonnen werden allein hier pro Jahr entsorgt.

Überproduktion begünstigt Dumping

Alles für die Tonne: Jährlich landen Millionen Schweine im Müll. Die Agrarexpertin des BUND, Reinhild Benning, hält den niedrigen Preis für Fleisch als Ursache für die Verschwendung: "Wäre das Fleisch nicht so billig zu haben, würde der Verbraucher es mehr wertschätzen." Doch trotz der Verschwendung boomt die industrielle Schweinezucht, es entstehen riesige neue Tierfabriken. Dabei gab es schon 2012 ein großes Überangebot an Schweinefleisch, so der Ernährungswirtschaftler Prof. Markus Mau. Tragisch dabei ist, dass die allermeisten Schweine während ihres kurzen Lebens von maximal sechs Monaten nicht artgerecht gehalten werden. Die konventionelle Landwirtschaft schreibt nur eine Mindest-Stallgröße von 0,75 Quadratmetern pro Tier vor (was ungefähr zwei Seiten einer Zeitung entspricht). Der Stallboden besteht sehr oft aus so genanntem Vollspaltenboden aus Beton. Die Schweine drücken mit ihrem eigenen Körper den Kot durch die Spalten in einen Gülle-Auffang. Dieser befindet sich unter dem Schweinestall. Die Spalten im Beton werden durch die chemisch aggressive Gülle scharfkantig und verletzen die Tiere.

Dahinvegetieren in Schmutz, Enge, Dunkelheit

Karl Ludwig Schweisfurth: einst revolutionierte er die konventionelle Massentierhaltung für seinen Betrieb "Herta" - dann wurde er ein Vorreiter der ökologischen Landwirtschaft. Der Spaltenboden spart Personal zur Reinigung, auf dem blanken Beton können die Schweine jedoch nicht ihrem artgemäßen Wühlverhalten nachgehen. Da die Schweine kaum Beschäftigungsmöglichkeiten haben und eng zusammenleben, kommtes immer wieder dazu, dass sich die Schweine gegenseitig die Schwänze abbeißen. Um dem vorzubeugen, werden die Schwänze kupiert. So stehen oft 20.000 Mastschweine in einem Stall, das bedeutet: Dahinvegetieren in Schmutz, Enge und Dunkelheit, ständig geplagt von Krankheitserregern. "Der Gestank ist entsetzlich, der Mensch hält es nur kurze Zeit in den Ställen aus", berichtet ein Tierschützer, der die Zustände in deutschen Zuchtbetrieben mit der Kamera dokumentiert hat. Rund zehn Prozent der Schweine sterben dort, bevor sie schlachtreif sind. Die schlechten Haltungsbedingungen für die Tiere scheinen oft nicht Auswüchse zu sein, sondern Teil des Systems: Enge Ställe bedeuten wenig Bewegung und das Gewicht der Schweine wächst schneller, als mit viel Auslauf.

Fleisch essen, ohne sich zu ekeln?

Das Filmteam besucht die "Hermannsdörfer Landwerkstätten", einen Musterbetrieb nachhaltiger Tierzucht. Sein Gründer ist Karl Ludwig Schweisfurth, einst Pionier der Fleischindustrie in Deutschland, als Chef des Herta- Konzerns europäischer Marktführer. Das Geschäft, das ihn einst reich machte, sieht er längst kritisch: "Haben wir das gewollt - immer billiger, damit wir immer mehr Fleisch fressen?" Fazit: Fleisch essen, ohne sich zu ekeln - das ist möglich. Aber wenn alle Schweine, die die Deutschen essen, so leben sollten wie in Schweisfurths Landwerkstätten, dann wäre Fleisch um ein Vielfaches teurer.

Filmverleihpaket: TTIP - Eine Gefahr für unsere Landwirtschaft

von Christoph Würzburger 05:30 Min Deutschland 2013 DE Hinter verschlossenen Türen beraten die USA und die Europäische Union zur Zeit über eine neue, gigantische Freihandelszone. Wird sie Realität, entsteht der weltweit größte Wirtschaftsraum für mehr als 800 Millionen Menschen. Das offizielle Ziel dabei ist der Abbau von Markthemmnissen und mehr Wirtschaftswachstum für beide Seiten.

Filmverleihpaket: Super.Markt.Macht - Den Missbrauch von Einkaufsmacht aufdecken und begrenzen

von Peter Wedel 01:30 Min Deutschland DE Der Lebensmittelmarkt in Deutschland ist in der Hand von fünf Supermarktketten. Der Wettbewerb ist knallhart. Jeder will ein größeres Stück vom Kuchen. Die Schlacht um Marktanteile ist eine Schlacht um den niedrigsten Preis, und sie wird auf der Einkaufsseite geschlagen. Die Lieferanten werden im Preis gedrückt. Billiges wird billig produziert. Leidtragende sind Arbeiter/innen und Bauern. Transparenz als erster Schritt für gesellschaftliche Unternehmensverantwortung. Verbindliche Offenlegungspflichten können hier helfen.

Filmverleihpaket: The Story of Bottled Water

von Annie Leonard 08:00 Min USA 2010 engl OF deutsch untertitelt Im Stil von „The Story of Stuff“ erzählt „The Story of Bottled Water“ die Geschichte der künstlich geschaffenen Nachfrage, wie man - hier am Beispiel der AmerikanerInnen - dazu bringt, pro Woche mehr als eine halbe Million Wasserflaschen zu kaufen, während es nahezu gratis aus dem Wasserhahn kommt.

Filmverleihpaket: Regional wachsen - Eine Reise durch eine neue Landwirtschaft

von Stefan Czimmek und Lea Schulz 60:51 Min Deutschland 2014 DE Bioessen ist das gute Gewissen - dachten wir. Bis wir zwei ältere Damen in einem Gespräch belauschten: "Bio steht heute überall drauf! – Und ist es dann auch wirklich überall drin? – Biozwiebeln aus Ägypten – ist das unsere neue Welt?" Ihre Skepsis brachte uns zum Nachdenken. Bio ist gut, ja. Aber ist das schon alles? Was ist ein gutes Lebensmittel? Wodurch zeichnet es sich aus? Wir begeben uns auf eine Reise durch die Landwirtschaft in Berlin und Brandenburg. Schnell steht fest: Bio ist nicht die einzig wahre Alternative!

Filmverleihpaket: Raising Resistance

von Bettina Borgfeld, David Bernet 85:00 Min Deutschland/Schweiz 2011 DE Paraguay ist vom Sojaanbau geprägt. Soja geht in den Export, bringt für Paraguay viele Devisen. Das Land ist eine Sojarepublik, die gemeinsam mit Argentinien und Brasilien den Futtertrog für die europäische Massentierhaltung bildet. Die ausgebrachten gentechnisch manipulierten Saaten sollen Erträge steigern und Ernährungssicherheit für die Welt leisten. Die eingesetzten Pestizide vergiften jedoch Mensch und Umwelt, die Monokulturen vertreiben Kleinbauern und -bäuerinnen vom Land und in die Armut. Doch dagegen regt sich vermehrt der Widerstand der Kleinbauern und Landlosen, die um ihre Lebensweise, ihr Land und ihre Gesundheit kämpfen.

Filmverleihpaket: Natur - Spekulationsobjekt der Zukunft

von Sandrine Feydel, Denis Delestrac 88:00 Min Frankreich 2014 DE Seit einigen Jahren boomt ein neuer Markt, der die Natur ökonomisch nutzbar macht. Der Rückgang der biologischen Vielfalt beispielsweise lässt den Marktwert von lebenden Arten steigen. Doch welche Gefahren drohen Mensch und Natur, wenn Wirtschaft und Banken die lebenden Ressourcen der Erde in Besitz nehmen? Wenn sie Tiere und Pflanzen zu Finanzprodukten machen und die Umwelt in spekulatives Kapital ummünzen?

Filmverleihpaket: Die Milchrebellen

von Karin de Miguel Wessendorf und Valentin Thurn 45:00 Min Deutschland 2014 DE Die Milch im Supermarkt wird immer billiger. Für die Milchbauern heißt das: wachse oder weiche! Im letzten Jahrzehnt hat ein Drittel der deutschen Milchbauern aufgeben müssen – gleichzeitig hat die Zahl der Megabetriebe zugenommen.

Filmverleihpaket: Milch, Macht und Märkte

von Mirko Tomic 26:00 Min Deutschland 2008 deutsch Nur wenige wissen, welche Auswirkungen der niedrige Milchpreis in Europa auf afrikanische Milchbauern haben kann. Durch die Handelsliberalisierung - gestützt von Milliarden Euro für die Agrarwirtschaft - wird immer mehr Milch produziert. Die Überproduktion gefährdet auch die kleinen Milchbauern in Dritte Welt-Ländern wie Afrika, doch Protest gegen die Liberalisierungspolitik zeigt kaum Wirkung.

Filmverleihpaket: Lasst Blumen sprechen - Landnahme in Äthiopien. Rosen gegen den Hunger

Tilman Przyrembel, Sebastian Kuhn 21:00 Min Deutschland 2010 DE Äthiopien ist eines der fruchtbarsten Länder der Welt und doch hungert dort die Hälfte der Bevölkerung – das internationale Agribusiness aber verspricht der Regierung Hilfe im Kampf gegen Arbeitslosigkeit, Armut und Hunger. Der Inder Sai Ramakrishna Karuturi hat 300.000 Hektar äthiopisches Land gepachtet, um dort hunderttausende Tonnen Agrarprodukte, Nahrungspflanzen und Blumen, anzubauen und zu ernten – und Arbeitsplätze zu schaffen.

Filmverleihpaket: Kleine Bauern - Große Bosse

von Oda Lambrecht und Lutz Ackermann 45:00 Min Deutschland 2013 DE Milchbauer Ernst Steenken ist ausgestiegen. "Irgendwas ist aus dem Lot geraten", sagt er. Die Doku fragt, ob die Bauern wirklich vom Boom in der Landwirtschaft profitieren.

Filmverleihpaket: Kambodscha - Geraubtes Land

von Christian Brüser 08:00 Min Kambodscha/Österreich 2009 deutsch Die Weltbevölkerung steigt, Ackerland wird immer knapper. In den letzten 20 Jahren hat sich weltweit die verfügbare Agrarfläche pro Kopf halbiert. Bis 2050 wird sie sich noch einmal halbieren. Länder mit begrenztem Agrarland arabischer Ölstaaten leiten daher eine neue Form des Kolonialismus ein. Sie sind dabei, große Agrarflächen zu kaufen oder sich die Nutzungsrechte zu verschaffen.

Filmverleihpaket: Die Jagd nach Land - Das globale Geschäft mit fruchtbarem Boden

von Chiara Sambuchi 44:03 Min Deutschland 2012 DE Boden ist ein elementares Gut und seit Menschengedenken Quelle unserer Ernährung. Doch vor allem seit der Wirtschaftskrise 2008 entwickelt sich eine neue, globale Tendenz der Ausbeutung. Nun drängt sich auch Kapital aus der Finanzwelt massiv in Acker- und Grünland, denn Anleger suchen mehr denn je nach Investitionen, die eine sichere Rendite bringen - und Agrarflächen bieten dieses Potenzial.

Filmverleihpaket: fronteira brasil - Kampf um Land in Mato Grosso

Festivalfassung: Faces of the Frontier von Thomas Marschall und Nikolaus Braunshör 52:00 Min Brasilien/Österreich 2008 portug OF dt synchron./en UT Mato Grosso – „der üppige Wald“ – ist jener Bundesstaat mit dem größten Agrarexportvolumen Brasiliens. Allem voran werden Soja als Futtermittel für die Viehzucht und Baumwolle für die Bekleidungsindustrie in die Länder Europas und Asiens exportiert. Im Dienste einer für globale Märkte produzierenden Agrarindustrie ist die Monokultur im Begriff, alle anderen Produktions- und Arbeitsweisen in der Region auszulöschen.

Filmverleihpaket: Frische Wege (Au coeur de la proximité)

von Nicole Petitpierre 39:00 Min Schweiz 2009 franz OF dt (tw dt Untertitelt) "Landwirtschaft verschwindet, man kann nicht mehr davon leben und verschuldet sich" – in der Region Genf- Lausanne ist das Vergangenheit. Der Film beschreibt die neue Dynamik zwischen Bauern/Bäuerinnen und KonsumentInnen: Vertragslandwirtschaftsprojekte, regionale Verkaufsnetze anstelle von Zwischenhändlern und Druck der Supermärkte.

Filmverleihpaket: Essen fassen. Ein Dokumentarfilm Überlebensmittel

von Liesa Kovacs, Kornelia Kugler, Eva Rauer, Andrea Scheibelhofer und Martin 30:00 Min Österreich 2012 DE Als Diplomarbeit produzierten fünf StudentInnen des Kollegs für Multimedia bzw. Fotografie und audiovisuelle Medien der Graphischen in Wien, einen 30minütigen Dokumentarfilm Film zum Thema (Lebensmittel-)Überproduktion, Wegwerfmentalität und Armut in Österreich. Die DVD besticht nicht nur wegen ihres Inhalts, sondern auch durch ihre sorgfältige grafische Gestaltung inclusive eines 24seitigen booklets. Als Impulsfilm für den Unterricht ist diese Produktion hervorragend einzusetzen!

Filmverleihpaket: Edible City - Grow the Revolution

von Andrew Hasse und Carl Grether 70:00 Min USA 2012 en OF dt UT Edible City (Essbare Stadt) ist eine unterhaltsame Reise durch die Good Food (Gutes Essen) Bewegung, die sich in der San Francisco Bay Area, in den gesamten USA und überall auf der Welt verbreitet. Die zahlreichen porträtierten Aktivist_innen, Initiativen und engagierten Bürger_innen zeigen, wie sich jede_r von uns an der Veränderung unseres zerstörerischen Nahrungsmittelsystems beteiligen kann.

Filmverleihpaket: Die Biosprit-Lüge

von Inge Altemeier 45:00 Min Deutschland 2009 deutsch Seit dem die EU den Anbau von Biospritpflanzen subventioniert und vorantreibt, werden Millionen Menschen in Indonesien in die Hungerkatastrophe getrieben.

Filmverleihpaket: Alptraum im Fischerboot - Afrikas Flüchtlinge und Europas Fischereipolitik

von Klaus Martens und Michael Grytz 60:00 Min Deutschland 2007 dt engl OF dt UT Das größte Seegrab Europas liegt zwischen Spanien und Marokko. Schätzungsweise 10.000 Menschen kamen hier in den Jahren 1997-2002 bei dem Versuch ums Leben, nach Europa zu fliehen. Manche Flüchtlinge glaubten, sie könnten die Meeresenge durchschwimmen. Ein tödlicher Irrtum. Andere dachten, sie könnten in kleinen Ruderbooten gegen die enorme Strömung ankämpfen – sie trieben aufs offene Meer hinaus. Viele schafften es mit letzter Kraft nach Spanien, mehr tot als lebendig.

nach oben