Menschenrechte hörbar machen: Der neue Podcast FoodFirst

Drei Folgen, ein zentrales Thema: Mit „FoodFirst“ startet FIAN Österreich eine neue Podcastreihe, die alle sechs Monate erscheint und Wege zu gerechteren Ernährungssystemen aufzeigt. Den Auftakt macht die Staffel „Im Schatten der Lieferketten“, die sich mit Menschenrechten in der globalen Lebensmittelproduktion auseinandersetzt.

Mitte März ist „Food First“ auf Radio Orange 94,0 gestartet. Die Sendereihe analysiert politische Rahmenbedingungen, beleuchtet internationale Prozesse und stellt konkrete Lösungsansätze vor: von agrarökologischer Landwirtschaft und fairen Lieferketten bis hin zu einer gerechteren Verteilung von Land und Ressourcen.
Aktivist*innen, Betroffene und Expert*innen liefern Einblicke und Hintergründe zu einer zentralen Frage: Wie kann das Recht auf Nahrung für alle dauerhaft verwirklicht werden? Und wie lassen sich soziale und ökologische Rechte entlang der Lebensmittelproduktion wirksam umsetzen?

Im Schatten der Lieferketten

In der ersten Staffel "Im Schatten der Lieferketten" werden die aktuellen Diskussionen um Lieferkettengesetze beleuchtet, Hintergründe aufgezeigt und ein Ausblick gegeben.

Kapitel 1 setzt ganz am Anfang an und blickt auf die Vorläufer, die den Weg bereitet haben für den Übergang von freiwilligen Menschenrechtsstandards für Unternehmen hin zu rechtlich verbindlichen Pflichten.

In Kapitel 2 wird der Frage nachgegangen, was Anfang 2026 noch von der im Jahr 2024 beschlossenen EU-Lieferkettenrichtlinie übrig ist, nachdem diese kurz darauf von verschiedenen Seiten unter Druck geraten ist. Beleuchtet wird, wie politische Machtverschiebungen, Konzerninteressen und neue Mehrheiten im EU-Parlament die Debatte geprägt und die Entwicklung der Richtlinie beeinflusst haben.

In Kapitel 3 wird ein Blick nach vorne geworfen und aus den bisherigen Erfahrungen der Bewegung gelernt. Dabei wird die Rolle zivilgesellschaftlicher Netzwerke bei der Umsetzung der EU-Lieferkettenrichtlinie beleuchtet. Zudem wird laut darüber nachgedacht, wie organisierter Druck dazu beitragen kann, Gerechtigkeit und echte Veränderungen in der globalen Lebensmittelproduktion weiter voranzubringen.

Im Gespräch: Chandan Kumar (Indian Sugar Industry Workers Association), Ana María Suarez Franco (Generalsekretärin von FIAN International), Thabata Pena Pereira (Menschenrechtsverteidigerin der Opfer des Dammbruchs von Brumadinho),  Johannes Jäger (Professor an der FH des BFI Wien), Bettina Rosenberger (Netzwerk Soziale Verantwortung), David Ollivier de Leth (SOMO), Thomas Dürmeier (Goliathwatch)

Nachzuhören im CBA und auf Spotify oder Youtube.  

 

Good Food 4All - Nahrung ist ein Menschenrecht für alle!

Mindestens ein Fünftel der europäischen Bevölkerung hat keinen Zugang zu angemessener Nahrung. Industrielle Lebensmittelsysteme verschärfen Ernährungsunsicherheit, Klimawandel, Umweltverschmutzung, Verlust der biologischen Vielfalt, Ausbeutung von Arbeitskräften und Tierleid. Die EU muss das Recht auf Nahrung systemisch garantieren und gesunde, gerechte, humane und nachhaltige Lebensmittelsysteme für heutige und zukünftige Generationen fördern.

Was is(s)t gerecht? Lehrgang für Multiplikator*innen

Für eine Veränderung in unserem Ernährungssystem braucht es junge Menschen, die etwas bewegen wollen. Genau für diejenigen gibt es diesen Lehrgang: An 8 Terminen zwischen März und September bekommst du das Wissen und die Skills, um Veränderungen anzustoßen und weiterzutragen – direkt aus Theorie und Praxis. Die Anmeldung läuft bis zum 01. Februar 2026!

Mit Agrarökologie den Boden für künftige Generationen bereiten und erhalten

Die Integration der Rechte künftiger Generationen in gegenwärtige Entscheidungsfindung stellt sicher, dass Entwicklungsbemühungen nachhaltig gerecht sind. Die Maastrichter Grundsätze liefern den rechtlichen und ethischen Rahmen, der die Verantwortung von Staaten und Unternehmen betont, die Rechte zukünftiger Generationen zu schützen. Die industrielle Landwirtschaft, die auf die kurzzeitige Maximierung der globalen Lebensmittelproduktion mithilfe externer Inputs abzielt und damit unsere Umwelt und Ökosysteme zerstört, steht dem Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen für kommende Generationen entgegen.

Entschädigung für vertriebene Familien aus Kambodscha

In der ersten transnationalen Menschenrechtsklage Südostasiens gingen über 700 Familien aus Kambodscha rechtlich gegen den größten Zuckerproduzenten Asiens vor und erreichten nun eine finanzielle Entschädigung. Durch ein gerichtliches Vermittlungsverfahren erzielten die Kläger:innen im Februar 2025 einen Vergleich mit dem Unternehmen, welches im Mai eine Zahlung an die Gemeinden leistete.

Oikocredit: Mediation über Menschenrechtsverletzungen im kambodschanischen Mikrofinanzsektor ohne Einigung

Am 24.1. scheiterte die Mediation zwischen des drei NGOs und Oikocredit. Die Mediation war nach einer OECD-Beschwerde bei der niederländischen Nationalen Kontaktstelle (NKS) im Dezember 2022 wegen Menschenrechtsverletzungen im kambodschanischen Mikrofinanzsektor eingeleitet worden. Die drei NGOs FIAN Deutschland, Euqitable Cambodia und LICADHO haben dazu eine gemeinsame Stellungnahme veröffentlicht. 

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